Wie ein Turbolader funktioniert: Das Prinzip der recycelten Energie
Ein Turbolader ist eine Art Aufladesystem, das die Leistungsabgabe und Effizienz eines Motors deutlich erhöht, indem es die in den Motor eintretende Luft verdichtet.
Vereinfacht gesagt erzeugt ein Motor Leistung, indem er ein Gemisch aus Luft und Kraftstoff verbrennt. Ein Saugmotor (ohne Turbo) kann nur eine begrenzte Menge Luft (und somit eine begrenzte Menge Kraftstoff) basierend auf seinem Hubraum ansaugen. Ein Turbolader fungiert als Luftpumpe, die deutlich mehr Luft in die Zylinder des Motors presst, wodurch mehr Kraftstoff zugeführt werden kann und ein viel größerer, kraftvollerer Verbrennungsvorgang entsteht.
Ein Turbolader ist ein geniales Stück Ingenieurskunst, das Energie nutzt, die sonst verschwendet würde, um mehr Leistung zu erzeugen. Er besteht aus zwei Hauptteilen, die durch eine gemeinsame Welle verbunden sind: die Turbine und der Verdichter.
1. Die Turbinenseite (Die Energiequelle)
Der Turbinenteil ist am Abgaskrümmer des Motors montiert.
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Abgasstrom: Heiße Abgase, die Nebenprodukte der Verbrennung sind, verlassen die Motorzylinder und werden in das Turbinengehäuse geleitet.
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Das Rad in Drehung versetzen: Dieser hochgeschwindigkeits Abgasstrom trifft auf die Schaufeln des Turbinenrads und versetzt es in extrem schnelle Drehung, oft über 200.000 Umdrehungen pro Minute (RPM).
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Energierecycling: Die Energie aus dem Abgas, die normalerweise nutzlos in die Atmosphäre abgegeben wird, wird effektiv recycelt, um das gesamte System anzutreiben.
2. Die Verdichterseite (Der Leistungsmacher)
Der Verdichterteil ist mit der Lufteinlassseite des Motors verbunden.
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Gemeinsame Welle: Das Turbinenrad ist über eine geschmiedete Stahlwelle physisch mit dem Verdichterrad verbunden. Wenn sich die Turbine dreht, dreht sich der Verdichter mit.
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Lufteinlass und Verdichtung: Das sich schnell drehende Verdichterrad saugt Umgebungsluft an und schleudert sie gewaltsam nach außen, verdichtet die Luft und presst sie in den Ansaugkrümmer des Motors. Diese verdichtete Luft wird als Boost bezeichnet.
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Ladeluftkühler: Wenn Luft verdichtet wird, erwärmt sie sich. Warme Luft ist weniger dicht und enthält weniger Sauerstoffmoleküle. Um dem entgegenzuwirken, wird die verdichtete Luft durch einen Ladeluftkühler (einen Wärmetauscher ähnlich einem Kühler) geleitet, um sie abzukühlen, sie dichter zu machen und mehr Sauerstoff für maximale Leistung in den Zylinder zu packen.
Der Nettoeffekt ist, dass der Motorzylinder eine unter Druck stehende, dichte Luftladung erhält, die es ihm ermöglicht, viel mehr Kraftstoff zu verbrennen und deutlich mehr PS und Drehmoment zu erzeugen als ein nicht aufgeladener Motor gleicher Größe.
Die Vorteile der Turboaufladung
Turbolader sind bei allem, vom Sportwagen bis zur Familienlimousine, aufgrund zweier Hauptvorteile weit verbreitet:
1. Erhöhte Leistung und Performance (Leistungsdichte)
Ein turbogeladener Motor kann die Leistung eines viel größeren Motors erzeugen. Zum Beispiel kann ein moderner $2.0$-Liter turbogeladener Vierzylindermotor leicht die gleiche Leistung erzeugen wie ein Saugmotor mit $3.5$ Litern Hubraum im V6. Dies ermöglicht es Herstellern:
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Motoren zu verkleinern: Einen kleineren, leichteren Motorblock zu verwenden, was das Fahrverhalten und die Unterbringung im Fahrzeug verbessert.
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Leistungsdichte zu erhöhen: Mehr PS pro Einheit Motorhubraum zu erhalten.
2. Verbesserter Kraftstoffverbrauch und Emissionswerte
Während normaler, leichter Fahrbedingungen (geringe Motorbelastung) erzeugt der Turbolader keinen signifikanten Boost, sodass der Motor effizient als kleinerer Motor arbeiten kann.
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„Right-Sizing“: Der kleine Motor bietet hervorragende Kraftstoffeffizienz beim Cruisen, und der Turbo liefert die zusätzliche Leistung nur dann, wenn der Fahrer sie anfordert (z.B. beim Beschleunigen oder Überholen).
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Reduzierte Emissionen: Das vollständigere und effizientere Verbrennen des Kraftstoffs, unterstützt durch den zugeführten Sauerstoff, hilft, schädliche Abgasemissionen zu reduzieren.
Die Kompromisse: Turboloch
Der Hauptnachteil eines Turboladers ist ein Phänomen namens Turboloch. Da der Turbo durch Abgase angetrieben wird, dauert es einen Moment, bis genügend Gasstrom aufgebaut ist und das Turbinenrad schnell genug dreht, um einen nennenswerten Boost-Druck zu erzeugen.
Wenn Sie das Gaspedal drücken:
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Der Motor beginnt, mehr Abgase zu produzieren.
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Die Abgase brauchen Zeit, um das schwere Turbinenrad auf seine Betriebsdrehzahl zu beschleunigen (das Loch).
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Sobald die Zielgeschwindigkeit erreicht ist, wird der Boost plötzlich geliefert und das Auto beschleunigt rasant.
Moderne Turbolader, insbesondere solche mit kleineren Turbinenrädern (um die Trägheit zu verringern) oder Twin-Scroll-Designs, haben dieses Loch erheblich minimiert.
